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...statt noch mehr Statistik

Die Lohntransparenz-Plattform «zeig-deinen-lohn.ch» führt schon wenige Tage nach Lancierung zu vielen Diskussionen. Das freut uns. Denn das Ziel dieser Kampagne ist, dass wir über unsere Löhne reden.

An einigen Orten wird kritisiert, dass die Löhne auf zeig-deinen-lohn.ch nicht wirklich vergleichbar seien, da wir beispielsweise nicht nach der Anzahl Berufsjahre, dem genauen Arbeitsort oder der Ausbildung fragen. Deswegen wollen wir an dieser Stelle nochmals betonen: Es geht bei zeig-deinen-lohn.ch weder ums Vergleichen von Löhnen noch um weitere Statistiken, sondern ums Drüberreden! Lohndiskriminierung ist ein gesellschaftlich-kulturelles Problem. Und nicht ein Statistisches. Wenn es so wäre, gäbe es längst keine diskriminierenden Löhne mehr – denn inzwischen dürfte allen bekannt sein, dass Lohndiskriminierung real ist.

Drüber reden, nicht vergleichen

Vielmehr sind diskriminierende Löhne eine Frage unserer Gesprächskultur: Es kommt nicht von ungefähr, dass Löhne in der Schweiz ein Tabuthema sind. Denn diskriminierende Löhne sind nur haltbar, wenn wir nicht konkret über Löhne reden. Sobald wir dieses Tabu brechen, müssen ArbeitgeberInnen ihre Lohnvergabe gut begründen. Diskriminierung wird so unmöglich. Oder es ist zumindest viel schwieriger, unfaire Löhne zu zahlen. Das Ziel der zeig-deinen-lohn-Kampagne ist genau das: Endlich dieses Tabu brechen. Wir wollen, dass es selbstverständlich wird, über Lohn zu reden. Das Ziel ist nicht, dass Löhne statistisch vergleichbar werden oder wir mit der Plattform eine repräsentative Erhebung garantieren. Dafür gibt es bereits andere Plattformen wie den Lohnrechner des SGB.

Es geht um den Austausch. Insofern: Wenn auf Grund unserer Plattform eine Diskussion darüber entsteht, ob ein Lohn 12 oder 13 Mal im Jahr ausbezahlt wird, ob Kinderzulagen enthalten sind oder ob es fair ist, zwei Löhne einander gegenüber zu stellen, sind wir unserem Ziel einen Schritt näher.

PS: Um trotzdem eine minimale Vergleichbarkeit zu garantieren, sprechen wir von Bruttomonatslöhnen auf 100%. Wir sind uns aber bewusst, dass das, was wir alle am Ende des Monats im Portmonee haben, von diesem Betrag deutlich abweichen kann.

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