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Unsere ParlamentarierInnen weigern sich, ernsthaft etwas für die Lohngleichheit zu tun. Sie verwerfen eine Lohntransparenz-Initiative, sie schwächen das Gleichstellungsgesetz ab und ihre Löhne offenlegen wollen sie schon gar nicht.

Der Nationalrat verabschiedete diese Woche die Revision des Gleichstellungsgesetzes. Jubeln ist nicht angesagt: Das Gesetz ist für die Lohngleichheit unbrauchbar.

Dasselbe Trauerspiel fand letzte Woche statt, als der Nationalrat die parlamentarische Initiative von Susanne Leutenegger Oberholzer zu Lohntransparenz deutlich abgelehnte. Sie wäre endlich eine konkrete und effiziente Massnahme gewesen, um Lohndiskriminierung zu verhindern: Erst wenn wir über unsere Löhne reden, können mögliche Lohndiskriminierungen sichtbar gemacht und verhindert werden.

Beide Vorlagen führten im bürgerlich dominierten Parlament zu langen Diskussionen, wobei einzelne Parlamentarier tatsächlich in Frage stellten, ob es Lohndiskriminierung gibt.

Es ist schon sagenhaft: Wie bei jeder Gleichstellungsfrage erklären uns (alte) Männer die Welt. Statt selbst neue Lösungen einzubringen, wehren sie sich stur gegen jede Verbesserung, die die Schweiz ein Stückchen aus der Steinzeit-Ecke rücken würde. Sie erklären Gleichstellungsanliegen zu „Frauenanliegen“ und schieben so die Verantwortung ab.

Daraus muss man leider schliessen: Lohnungleichheit ist den ParlamentarierInnen gleich. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen, wenn’s um Lohngleichheit geht. Das haben auch die Reaktionen auf unsere Anfrage gezeigt. Wir haben nämlich sämtlichen nationalen ParlamentarierInnen eine Mail geschickt, mit der Bitte, sich auf zeig-deinen-lohn.ch einzutragen, um ein Zeichen gegen Lohndiskriminierung zu setzen. Wenn PolitikerInnen hier mit gutem Beispiel vorangehen, ermutigt dies andere Menschen, ebenfalls ihren Lohn zu zeigen. Bis zum heutigen Tag haben aber lediglich Martina Munz (SP) und Priska Seiler Graf (SP) ihren Lohn gezeigt auf der Plattform. Wir werden die Lohngleichheit also selbst in die Hand nehmen müssen. Fast 1‘300 Personen, die auf dieser Plattform ihren Lohn zeigen, tun das bereits.
Denn unser Parlament ist offensichtlich gegen Transparenz. Und wer gegen Transparenz ist, hat etwas zu verbergen.

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