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Der Nationalrat ist nicht bekannt dafür, bei der Lohngleichheit zu handeln. Heute hätte er die Chance gehabt, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Er behandelte eine Initiative, die Lohntransparenz forderte. Leider fehlte wieder einmal der Mut.

Vehement unterstreicht NR Fathi Derder: „Lohnungleichheit ist absolut inakzeptabel!“ Da freut man sich schon: „Jetzt geschieht endlich was!“
Aber es bleiben leere Worte. Wieder einmal beweist der Nationalrat Ideenlosigkeit – und im Gegensatz zu über 1100 Menschen auf zeigdeinenlohn.ch – fehlt ihm der Mut:

Der Rat lehnt eine parlamentarischeInitiative für mehr Lohntransparenz hochkant ab.

NR Susanne Leutenegger Oberholzers Initiative verlangte, dass Rechtsgrundlagen geschafft werden für Lohntransparenz. Sie argumentiert: „Damit ich im Einzelfall klagen kann [...], muss ich glaubhaft machen, dass eine Lohndiskriminierung besteht. Wenn wir Lohntransparenz haben, ist es natürlich viel einfacher.“ NR Martina Munz betont, dass Lohntransparenz hilft, bessere Arbeitsbedingungen zu etablieren. Und zufriedene Mitarbeitende sind schliesslich ein Gewinn für jeden Betrieb.
Die Initiative wäre also eine wertvolle, effiziente Massnahme gegen Lohnungleichheit gewesen.

Statt selbst Lösungen zu liefern, erdreistet sich NR Mauro Tuena sogar, die Leistungsfähigkeit von Frauen in Frage zu stellen: „In Bezug auf die Löhne gibt es natürlich Differenzen. Das hat aber insbesondere mit Verhandlungsgeschick, aber auch mit der persönlichen Leistung zu tun.“
Stimmen mag hingegen seine Aussage: „Die Firmen in unserem Land haben ein ureigenes Interesse daran, korrekt zu handeln.“

Und genau deswegen spricht nichts gegen Lohntransparenz. Wenn Firmen korrekt handeln, haben sie nichts zu befürchten, wenn Löhne offengelegt werden.

Nutzen wir den 22 9, um auch den PolitikerInnen zu sagen, dass wir mit ihrer mutlosen Verschlepp-Politik nicht einverstanden sind!

Susanne Leutenegger Oberholzer

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