Koch Lohn Schweiz: Was verdient man in der Küche?

Der Beruf des Kochs beziehungsweise der Köchin gehört zu den traditionsreichen Lehrberufen im Schweizer Gastgewerbe. Nach einer dreijährigen Lehre mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis arbeiten Köchinnen und Köche in Restaurants, Hotels, Personalrestaurants oder im Cateringbereich. Der Beruf ist bekannt für lange und unregelmässige Arbeitszeiten, insbesondere an Abenden, Wochenenden und Feiertagen, was bei der Betrachtung des Lohns neben dem reinen Grundgehalt auch berücksichtigt werden sollte. Der Lohn hängt stark von Betrieb, Position in der Küchenhierarchie und Region ab.

Lohn nach Erfahrung

Die Küchenhierarchie prägt die Lohnentwicklung im Kochberuf massgeblich: Vom Berufseinsteiger über den Chef de Partie bis zum Küchenchef steigen Verantwortung und Lohn deutlich an. Gemäss Lohnstrukturerhebungen des Bundes und branchenüblichen Angaben des Gastgewerbes bewegen sich die Löhne in dieser Grössenordnung:

Erfahrungsstufe / Position Monatslohn (brutto, 13 Monatslöhne)
Berufseinsteiger/in (direkt nach der Lehre) CHF 4’000 – CHF 4’500
Chef de Partie (3–6 Jahre Erfahrung) CHF 4’700 – CHF 5’400
Sous-Chef / erfahrene Fachkraft CHF 5’400 – CHF 6’300
Küchenchef/in CHF 6’300 – CHF 7’800

Der Medianlohn eines Kochs mit einigen Jahren Erfahrung liegt üblicherweise zwischen CHF 4’900 und CHF 5’600 brutto pro Monat. In gehobenen Betrieben, etwa Gourmetrestaurants oder Fünf-Sterne-Hotels, können die Löhne insbesondere in leitenden Positionen deutlich über diesen Richtwerten liegen.

Lohn nach Kanton/Region

Die touristische Bedeutung einer Region wirkt sich im Gastgewerbe besonders stark auf den Lohn aus. In Zürich, Genf und den grossen Tourismuszentren wie Zermatt, St. Moritz oder dem Berner Oberland können die Löhne, insbesondere in der Hochsaison und in gehobenen Betrieben, über dem nationalen Durchschnitt liegen. Gleichzeitig sind gerade in Tourismusregionen die Lebenshaltungskosten und teilweise die Saisonalität der Anstellungen zu beachten. In städtischen Zentren wie Basel oder Bern bewegen sich die Löhne meist im mittleren Bereich, während in ländlicheren Regionen mit kleineren, ganzjährig betriebenen Restaurants die Löhne tendenziell etwas tiefer liegen.

Lohn und Gesamtarbeitsvertrag (L-GAV Gastgewerbe)

Das Schweizer Gastgewerbe ist durch den Landesgesamtarbeitsvertrag (L-GAV) reguliert, der für praktisch den gesamten Sektor verbindlich gilt. Der L-GAV legt Mindestlöhne nach Qualifikationsstufe fest, regelt Arbeitszeiten, Überstundenzuschläge, Ferienansprüche und Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit. Für ausgebildete Köchinnen und Köche mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis gelten dabei höhere Mindestlöhne als für ungelernte Hilfskräfte in der Küche. Der L-GAV bietet damit eine wichtige Absicherung in einer Branche, die für lange Arbeitszeiten und teilweise hohe Fluktuation bekannt ist, auch wenn viele Betriebe insbesondere in gehobenen Segmenten über den GAV-Mindestlöhnen bezahlen.

Wie kann ich mein Gehalt als Koch verhandeln?

Auch innerhalb der durch den L-GAV vorgegebenen Mindestlöhne gibt es Verhandlungsspielraum, insbesondere mit zunehmender Erfahrung und Spezialisierung. Wer sich auf eine bestimmte Küchenrichtung spezialisiert, etwa Patisserie, vegetarische beziehungsweise vegane Küche oder eine bestimmte Länderküche, kann diese Nische gezielt in die Lohnverhandlung einbringen, da entsprechende Fachkräfte oft gesucht sind. Auch der Aufstieg innerhalb der Küchenhierarchie, etwa vom Chef de Partie zum Sous-Chef, sollte aktiv mit dem Arbeitgeber besprochen werden, da damit meist ein klar definierter Lohnschritt verbunden ist.

Angesichts der bekannt fordernden Arbeitszeiten im Gastgewerbe lohnt es sich zudem, neben dem reinen Lohn auch Arbeitszeitmodelle, Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit sowie mögliche Kost- und Logisregelungen in die Gesamtbetrachtung einzubeziehen. Wer langfristig eine Küchenchef-Position anstrebt, profitiert von einer breiten Erfahrung in unterschiedlichen Küchenbereichen sowie von Führungserfahrung im Team.

Häufig gestellte Fragen zum Koch-Lohn

Wie viel verdient ein Koch direkt nach der Lehre?

Der Einstiegslohn liegt üblicherweise zwischen CHF 4’000 und CHF 4’500 brutto pro Monat.

Wie viel verdient ein Küchenchef in der Schweiz?

Küchenchefinnen und Küchenchefs verdienen üblicherweise zwischen CHF 6’300 und CHF 7’800 brutto pro Monat, in gehobenen Betrieben teilweise mehr.

Was regelt der L-GAV Gastgewerbe beim Lohn?

Der L-GAV legt Mindestlöhne nach Qualifikationsstufe fest sowie Regelungen zu Arbeitszeit, Überstunden, Ferien und Zuschlägen für Sonntags- und Feiertagsarbeit.

Gilt der L-GAV für alle Restaurants in der Schweiz?

Der L-GAV gilt grundsätzlich für praktisch den gesamten Gastgewerbesektor und ist damit branchenweit verbindlich.

Verdient man in Tourismusregionen mehr als anderswo?

In grossen Tourismuszentren können die Löhne, insbesondere in der Hochsaison und in gehobenen Betrieben, über dem nationalen Durchschnitt liegen, wobei Saisonalität zu beachten ist.

Wie unterscheidet sich der Lohn zwischen Chef de Partie und Sous-Chef?

Der Sous-Chef trägt mehr Verantwortung als der Chef de Partie und verdient entsprechend mehr, üblicherweise zwischen CHF 5’400 und CHF 6’300 brutto pro Monat.

Wirken sich Zuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit auf den Lohn aus?

Ja, im Gastgewerbe sind entsprechende Zuschläge gemäss L-GAV üblich und können das effektive Einkommen spürbar erhöhen.

Verdienen ungelernte Küchenhilfen weniger als ausgebildete Köche?

Ja, der L-GAV sieht für ausgebildete Köchinnen und Köche mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis höhere Mindestlöhne vor als für ungelernte Hilfskräfte.

Lohnt sich eine Spezialisierung, etwa auf Patisserie, finanziell?

Ja, spezialisierte Fachkräfte in gefragten Bereichen wie Patisserie oder bestimmten Länderküchen können ihre Nische oft erfolgreich in Lohnverhandlungen einbringen.

Sind Kost und Logis Teil des Lohns im Gastgewerbe?

In manchen Betrieben, insbesondere in Tourismusregionen, werden Kost und Logis als Teil des Anstellungspakets angeboten und sollten bei der Gesamtbetrachtung des Einkommens berücksichtigt werden.

Wie stark schwanken die Löhne zwischen kleinen und gehobenen Betrieben?

Gehobene Betriebe wie Gourmetrestaurants oder Fünf-Sterne-Hotels zahlen insbesondere in leitenden Positionen häufig deutlich mehr als kleinere, einfacher positionierte Restaurants.

Wer weitere Berufe im Gastgewerbe und in verwandten Branchen vergleichen möchte, findet auf Lohnvergleich Schweiz eine breitere Übersicht. Mit dem Lohnrechner Schweiz lässt sich der Nettolohn für diese Position zudem schnell überschlagen.