Lohnvergleich Schweiz: Löhne nach Beruf im Überblick
Wie viel jemand in der Schweiz verdient, hängt stark vom ausgeübten Beruf ab – deutlich stärker als in vielen anderen Ländern, wo Mindestlöhne und Tarifverträge die Bandbreite enger fassen. Zwischen einer Berufseinsteigerin im Gastgewerbe und einem erfahrenen Informatiker mit mehrjähriger Praxis können mehrere tausend Franken pro Monat liegen, selbst wenn beide im gleichen Kanton arbeiten. Wer den eigenen Lohn einordnen, eine Stelle vergleichen oder sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten möchte, braucht deshalb einen realistischen Anhaltspunkt dafür, was im eigenen Beruf üblich ist – nicht nur einen groben Landesdurchschnitt.
Diese Übersicht vergleicht die Löhne einer Auswahl an Berufen aus Handwerk, Gesundheitswesen, Technik und Dienstleistung und verlinkt zu ausführlichen Detailseiten mit Zahlen nach Erfahrungsstufe, Kanton und Gesamtarbeitsvertrag. Für die Umrechnung von Brutto- auf Nettolohn steht zusätzlich der Lohnrechner Schweiz zur Verfügung; wer sich eher für Landeswerte interessiert, findet diese unter Medianlohn Schweiz und Durchschnittslohn Schweiz.
Was den Lohn nach Beruf in der Schweiz unterscheidet
Mehrere Faktoren erklären, weshalb sich die Löhne zwischen Berufen so stark unterscheiden. Zunächst spielt die Ausbildungsstufe eine Rolle: Berufe mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) nach einer drei- oder vierjährigen Lehre liegen tendenziell tiefer als Tätigkeiten, die einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss voraussetzen. Innerhalb der gleichen Ausbildungsstufe entscheidet zusätzlich, ob eine Branche durch einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) reguliert ist, der Mindestlöhne und Lohnbänder nach Erfahrung festlegt, oder ob die Lohnhöhe frei zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandelt wird.
Auch die Region beeinflusst den Lohn spürbar: In Zürich, Genf, Basel und Zug liegen die Löhne in den meisten Berufen über dem nationalen Median, während ländlichere Kantone tendenziell tiefer entlöhnen – häufig bei gleichzeitig tieferen Lebenshaltungskosten. Schliesslich wirkt sich die Betriebsgrösse aus: Grössere Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber zahlen im Schnitt etwas mehr als Kleinbetriebe, bieten dafür aber teils weniger Verhandlungsspielraum, da die Löhne stärker in fixen Gehaltsbändern verankert sind.
Lohnvergleich nach Beruf: Überblick
Die folgende Tabelle zeigt den ungefähren Medianlohn ausgewählter Berufe bei mehrjähriger Erfahrung und Vollzeitanstellung (13 Monatslöhne). Die genauen Werte variieren je nach Kanton, Betrieb und individueller Erfahrung – die verlinkten Detailseiten schlüsseln die Bandbreite nach Erfahrungsstufe und Region weiter auf.
| Beruf | Branche | Medianlohn (ca., brutto/Monat) |
|---|---|---|
| Informatiker | IT | CHF 8’500 – 9’500 |
| Projektleiter | Branchenübergreifend | CHF 8’500 – 9’800 |
| Sozialpädagogin | Sozialwesen | CHF 6’700 – 7’400 |
| Lokführer SBB | Öffentlicher Verkehr | CHF 6’300 – 7’000 |
| Elektroinstallateur | Elektrogewerbe | CHF 6’000 – 6’800 |
| Polymechaniker | MEM-Industrie | CHF 5’800 – 6’500 |
| Mediamatiker | Marketing/IT | CHF 5’500 – 6’200 |
| FaGe | Gesundheitswesen | CHF 5’000 – 5’600 |
| Koch | Gastgewerbe | CHF 4’900 – 5’600 |
| Arztsekretärin | Gesundheitswesen | CHF 4’900 – 5’500 |
| Dentalassistentin | Gesundheitswesen | CHF 4’700 – 5’200 |
| Pflegehelferin SRK | Pflege | CHF 4’300 – 4’800 |
Wer eher am tiefsten rechtlich zulässigen Lohn interessiert ist statt am mittleren Marktwert, findet die entsprechenden Werte unter Mindestlohn Schweiz.
Lohnbeispiele einzelner Personen
Neben den aggregierten Werten oben liegen für einzelne Personen auch individuelle Lohnangaben vor, die im Rahmen der 2018 lancierten Plattform «Zeig deinen Lohn!» öffentlich gemacht wurden. Solche Einzelfälle ersetzen keine Statistik, zeigen aber konkret, wie Beruf, Funktion und Branche im Einzelfall mit dem Lohn zusammenhängen:
- Tine, Krankenschwester in einer Reha-Klinik in Zürich: CHF 6’600 brutto pro Monat
- Beat, Geschäftsleiter eines Vereins: CHF 8’546 brutto pro Monat
- Marudit, Teamleiterin bei der Gewerkschaft Unia: CHF 6’890 pro Monat
- Franz-Dominik, Bereichsleiter bei einem Dachverband: CHF 8’020 pro Monat
- Violeta, Assistentin eines Vereinsvorstandes: CHF 5’600 brutto pro Monat
- Sophie, Geschäftsführerin eines Vereins: CHF 5’320 brutto pro Monat
- Timothy, Kampagnenmitarbeiter bei der Juso: CHF 4’750 pro Monat
- Callam, Senior Data Scientist bei Google Switzerland
Handwerk und technische Berufe
Technische Lehrberufe wie Polymechaniker und Elektroinstallateur gehören zu den besser entlöhnten EFZ-Berufen der Schweiz. Beide profitieren von einer soliden Nachfrage nach Fachkräften in der Industrie respektive im Elektrogewerbe sowie von Gesamtarbeitsverträgen, die klare Lohnbänder nach Erfahrung vorgeben. Mit zunehmender Spezialisierung, etwa in der Automatisierungstechnik oder als Baustellenleiter im Elektrogewerbe, lässt sich der Lohn gegenüber dem hier ausgewiesenen Median häufig nochmals steigern.
Gesundheit und Pflege
Im Gesundheitswesen zeigt sich eine grosse Spannbreite zwischen den einzelnen Funktionen: Während Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit (FaGe) sowie Pflegehelferinnen SRK im unteren bis mittleren Lohnbereich liegen, verdienen administrative Funktionen wie Arztsekretärinnen und Dentalassistentinnen in einer ähnlichen Grössenordnung, jedoch mit anderen Anforderungsprofilen. Der anhaltende Fachkräftemangel in Pflegeberufen führt in einzelnen Regionen und Institutionen zu Löhnen oberhalb der hier genannten Richtwerte, insbesondere bei Zusatzqualifikationen oder Schichtzulagen.
IT, Projektleitung und kaufmännische Berufe
Informatiker und Projektleiter gehören branchenübergreifend zu den bestbezahlten Berufen ohne Hochschulpflicht in dieser Übersicht – vorausgesetzt, es liegt mehrjährige Berufserfahrung vor. Der Berufseinstieg erfolgt hier oft deutlich tiefer als der ausgewiesene Medianwert; erst mit Fachwissen, Zertifizierungen und Führungserfahrung nähern sich die Löhne den oberen Bandbreiten. Mediamatiker starten als klassischer EFZ-Lehrberuf tiefer, profitieren aber von der Nähe zu IT und digitalem Marketing, zwei Bereichen mit anhaltend hoher Nachfrage.
Weitere Berufe im Vergleich
Lokführerinnen und Lokführer bei der SBB profitieren von einem eigenen, vergleichsweise grosszügigen GAV mit klar geregelten Lohnstufen nach Dienstjahren. Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen verdienen dank Fachhochschulabschluss spürbar mehr als reine EFZ-Berufe im Sozialbereich. Im Gastgewerbe zeigt der Beruf Koch exemplarisch, wie stark die Position innerhalb der Küchenhierarchie – vom Berufseinsteiger bis zum Küchenchef – den Lohn prägt.
Wie zuverlässig sind diese Lohnvergleiche?
Die genannten Werte orientieren sich an der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (BFS), an branchenüblichen Angaben aus Gesamtarbeitsverträgen sowie an öffentlich zugänglichen Lohnrichtwerten der jeweiligen Berufsverbände. Sie sind als Richtgrössen zu verstehen, nicht als exakte, tagesaktuelle Werte: Die effektive Lohnhöhe hängt immer auch vom konkreten Betrieb, der individuellen Verhandlung und der jeweiligen Wirtschaftslage ab. Wer eine konkrete Lohnofferte einordnen möchte, sollte die Detailseite des jeweiligen Berufs für die Aufschlüsselung nach Erfahrungsstufe und Kanton konsultieren und die eigene Situation – Kanton, Betriebsgrösse, Zusatzqualifikationen – mitberücksichtigen.
Wie nutze ich den Lohnvergleich für die eigene Lohnverhandlung?
Ein realistischer Lohnvergleich ist eine der wirksamsten Vorbereitungen auf ein Gehaltsgespräch. Wer weiss, in welcher Bandbreite sich der eigene Beruf bewegt, kann eine Lohnforderung sachlich begründen, statt sich auf ein Bauchgefühl zu verlassen. Sinnvoll ist es, die eigene Erfahrungsstufe, allfällige Zusatzausbildungen und die Region in den Vergleich einzubeziehen, statt nur den nackten Medianwert zu übernehmen. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf den Lohnrechner Schweiz, um aus einem möglichen neuen Bruttolohn den tatsächlich verfügbaren Nettolohn zu berechnen, bevor man ein Angebot annimmt oder ablehnt.
Häufige Fragen zum Lohnvergleich Schweiz
Welcher Beruf verdient in dieser Übersicht am meisten?
Unter den verglichenen Berufen liegen Projektleiter und Informatiker mit einem Medianlohn von rund CHF 8’500 bis 9’800 bei mehrjähriger Erfahrung am höchsten.
Welcher Beruf verdient in dieser Übersicht am wenigsten?
Pflegehelferinnen SRK liegen mit einem Medianlohn von rund CHF 4’300 bis 4’800 brutto pro Monat am unteren Ende dieser Auswahl.
Warum unterscheiden sich die Löhne zwischen Berufen so stark?
Ausbildungsstufe, Gesamtarbeitsverträge, Region, Betriebsgrösse und die Nachfrage nach Fachkräften in der jeweiligen Branche beeinflussen den Lohn gemeinsam – nicht ein einzelner Faktor allein.
Sind die genannten Löhne brutto oder netto?
Alle genannten Werte sind Bruttolöhne vor Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen und gegebenenfalls Quellensteuer. Den Nettolohn lässt sich mit dem Lohnrechner Schweiz berechnen.
Gelten die Werte für die ganze Schweiz gleichermassen?
Nein. Es handelt sich um nationale Richtwerte; regional können die Löhne, insbesondere in Zürich, Genf, Basel und Zug, spürbar über dem Median liegen, in ländlicheren Kantonen eher darunter.
Wie oft werden diese Zahlen aktualisiert?
Die Werte basieren auf der periodisch erhobenen Lohnstrukturerhebung des BFS sowie auf aktuell gültigen Gesamtarbeitsverträgen und werden entsprechend regelmässig überprüft.
Berücksichtigen die Werte den 13. Monatslohn?
Ja, sofern nicht anders vermerkt, beziehen sich die Monatslöhne auf eine Vollzeitanstellung mit 13 Monatslöhnen, wie in der Schweiz bei den meisten Anstellungen üblich.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Lohnvergleich und dem Medianlohn Schweiz?
Der Medianlohn Schweiz bildet den mittleren Lohn über alle Branchen und Berufe hinweg ab. Dieser Lohnvergleich schlüsselt gezielt einzelne Berufe auf und zeigt, wie weit sie über oder unter diesem Landeswert liegen.
Weshalb verdienen EFZ-Berufe im Schnitt weniger als Fachhochschul-Berufe?
Höhere Ausbildungsstufen setzen in der Regel mehr fachliche und methodische Kompetenzen voraus und übernehmen häufiger anspruchsvollere oder leitende Aufgaben, was sich im Lohn niederschlägt – Ausnahmen bestehen jedoch, etwa in stark nachgefragten technischen Lehrberufen.
Wirkt sich die Betriebsgrösse auf den Lohn aus?
Ja, grössere Unternehmen und öffentliche Arbeitgeber zahlen im Durchschnitt etwas mehr als Kleinbetriebe, wobei kleinere Betriebe teils mehr Verhandlungsspielraum bei individuellen Zulagen bieten.
Kann ich mit diesen Werten mein eigenes Lohnangebot einordnen?
Als grobe Orientierung ja. Für eine genauere Einordnung lohnt sich der Blick auf die Detailseite des jeweiligen Berufs, die nach Erfahrungsstufe und teils nach Kanton differenziert.
Sind Zulagen wie Schicht- oder Nachtarbeit in den Werten enthalten?
In der Regel nicht vollständig. Die genannten Medianwerte bilden den Grundlohn ab; branchenübliche Zulagen können das effektive Einkommen zusätzlich erhöhen, wie auf den jeweiligen Detailseiten beschrieben.
Welche Rolle spielt ein Gesamtarbeitsvertrag (GAV) beim Lohnvergleich?
Branchen mit einem GAV kennen meist klar definierte Lohnbänder nach Erfahrung und Qualifikation, was die Streuung der Löhne innerhalb des Berufs verringert. Ohne GAV ist die Bandbreite tendenziell grösser.
Weitere Berufe werden diesem Vergleich noch hinzugefügt?
Diese Übersicht wird laufend um weitere Berufe ergänzt. Aktuell liegt der Fokus auf einer repräsentativen Auswahl aus Handwerk, Gesundheitswesen, Technik, öffentlichem Verkehr und Dienstleistung.
Wie unterscheidet sich der Lohnvergleich vom Mindestlohn Schweiz?
Der Mindestlohn Schweiz zeigt die rechtlich tiefstmögliche Entlöhnung in Kantonen mit gesetzlichem Mindestlohn oder unter einem GAV. Dieser Lohnvergleich zeigt dagegen den mittleren, tatsächlich üblichen Lohn je Beruf, der in aller Regel deutlich über dem Mindestlohn liegt.
Warum verdienen Informatiker deutlich mehr als andere EFZ-Berufe wie Mediamatiker?
Die anhaltend hohe Nachfrage nach IT-Fachkräften, oft zusätzliche Weiterbildungen auf Stufe Fachhochschule oder eidgenössischer Fachausweis sowie die grössere Verantwortung in technischen Projekten erklären den spürbaren Lohnunterschied innerhalb der IT-nahen Berufe.
Wer eine Detailauswertung zum eigenen Beruf sucht, wählt diesen direkt aus der Tabelle oben aus. Für die Umrechnung eines konkreten Bruttolohns auf den Nettolohn steht der Lohnrechner Schweiz bereit, für eine Einordnung ins Landesbild Medianlohn Schweiz und Durchschnittslohn Schweiz.
