Löhne vergleichen: Mindestlohn, Durchschnittslohn und Lohnrechner

Drei Berufstätige aus unterschiedlichen Branchen im Gespräch in einem hellen Büro-Loungebereich

Wie viel verdienen andere Personen in der Schweiz für eine vergleichbare Tätigkeit? Ob sich der eigene Lohn im branchenüblichen Rahmen bewegt oder deutlich davon abweicht, lässt sich nur beurteilen, wenn Vergleichszahlen vorliegen. Belastbare Zahlen sind selten. Diese Seite sammelt genau solche Zahlen: gesetzliche Mindestlöhne nach Kanton, den schweizweiten Durchschnitts- und Medianlohn, branchenspezifische Werte nach Beruf sowie einen Rechner, der aus dem Bruttolohn den tatsächlich verfügbaren Nettobetrag macht.

Vom Brutto zum Netto: der Lohnrechner

Ein Bruttolohn allein sagt wenig darüber aus, was am Ende des Monats auf dem Konto ankommt. AHV, ALV, berufliche Vorsorge und je nach Anstellung die Nichtberufsunfallversicherung ziehen einen spürbaren Teil ab, bevor bei ausländischen Arbeitnehmenden ohne Niederlassungsbewilligung überhaupt die Quellensteuer ins Spiel kommt, und wer Teilzeit arbeitet oder einen 13. Monatslohn erhält, rechnet zusätzlich anders als bei einem klassischen Vollzeitpensum. Der Lohnrechner Schweiz bildet diese Abzüge nach und liefert den Nettobetrag, der tatsächlich zur Verfügung steht. Wer von einem Vollzeit- auf ein Teilzeitpensum wechselt, kann den Lohn zusätzlich direkt umrechnen, etwa von einem 100-Prozent- auf ein 80-Prozent-Pensum, statt selbst nachzurechnen, wie sich Ferienanspruch und Sozialabzüge dabei verschieben.

Mindestlohn, Durchschnittslohn und Medianlohn

«Angemessener Lohn» meint je nach Kontext etwas anderes. Ein gesetzlicher Mindestlohn gilt nur in einer Minderheit der Kantone; in den übrigen bestimmen Gesamtarbeitsverträge oder die freie Verhandlung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Lohnhöhe. Beim Durchschnitts- und Medianlohn geht es um etwas anderes: nicht um eine gesetzliche Grenze, sondern um den Vergleichswert für die Gesamtbevölkerung. Der monatliche Bruttodurchschnittslohn für eine Vollzeitstelle liegt in der Schweiz gesamthaft bei rund CHF 7’000 bis 7’200, während der Medianlohn mit rund CHF 6’700 spürbar tiefer liegt. Diese Differenz entsteht, weil einzelne sehr hohe Gehälter, etwa im Finanz- oder Pharmabereich, den Durchschnitt nach oben ziehen, ohne dass sich am Lohn der typischen erwerbstätigen Person viel ändert. Wer verstehen möchte, welche der beiden Grössen für die eigene Einordnung sinnvoller ist, findet die Details in den folgenden drei Übersichten:

Lohnvergleich nach Beruf

Allgemeine Kennzahlen sind ein Ausgangspunkt, sagen aber wenig über den eigenen Beruf aus. Was verdient eine Fachfrau Gesundheit, ein Polymechaniker oder eine Sozialpädagogin tatsächlich? Der Lohnvergleich nach Beruf führt konkrete Zahlen aus verschiedenen Branchen zusammen, von handwerklichen Lehrberufen über technische Funktionen bis zu Kader- und Verwaltungsstellen, und wird laufend um weitere Berufe ergänzt, sobald sich dafür verlässliche Vergleichswerte finden lassen. Gerade bei Berufen mit wenig standardisierter Lohnstruktur, etwa im Sozial- oder Gesundheitswesen, schwanken die Angaben zwischen einzelnen Arbeitgebenden teils erheblich, weshalb ein Vergleich über mehrere Quellen hinweg aussagekräftiger ist als eine einzelne Stellenanzeige.

Hintergrund: die Debatte um Lohntransparenz

Bevor solche Vergleichszahlen öffentlich zugänglich waren, liess sich die eigene Lohnsituation kaum einordnen. 2018 lancierten Gewerkschaftsbünde mehrerer Kantone unter dem Namen «Zeig deinen Lohn!» eine Kampagne, die genau dieses Problem adressierte: Personen aus der ganzen Schweiz zeigten öffentlich ihren Namen, ihre Branche und ihren Bruttolohn. Rund 30 Organisationen unterstützten die Initiative, von Gewerkschaften über Frauenverbände bis zu politischen Parteien. Wer sich für den historischen Kontext interessiert, findet Hintergründe zum Organisationskomitee und zur damaligen Argumentation für mehr Lohntransparenz. Weitere Wortmeldungen aus der Debatte sind unter Lohntransparenz: Hintergründe und Debatte zusammengefasst, ergänzt durch Berichte zur Lohngleichheitsdemo, die die Kampagne begleitete. Einzelne der damals veröffentlichten Lohnangaben sind zudem, wo öffentlich zitiert, weiterhin als Lohnprofile dokumentiert und in den passenden Berufsvergleich eingeordnet, sodass sich Einzelfälle aus der Kampagne mit den aktuellen Branchenwerten vergleichen lassen.