Das Organisationskomitee von «Zeig deinen Lohn!»

Die Plattform «Zeig deinen Lohn!» ging 2018 online und lud Personen in der ganzen Schweiz dazu ein, ihren Namen, ein Foto, ihre Branche und ihren monatlichen Bruttolohn öffentlich zu zeigen. Getragen wurde die Kampagne von den Gewerkschaftsbünden der Kantone Zürich und Schaffhausen, die das Projekt gemeinsam lancierten.

Der Kontext: 2018 als Jahr der Lohngleichheit

Der Zeitpunkt der Lancierung war kein Zufall. 2018 wurde in der Schweiz zum «Jahr der Lohngleichheit» erklärt. Damals verdienten Frauen im privaten Sektor im Schnitt rund 20 Prozent weniger als Männer, wobei ungefähr die Hälfte dieser Differenz statistisch nicht durch Faktoren wie Ausbildung, Erfahrung oder Position erklärt werden konnte. Dieser unerklärte Teil galt als Indiz für Lohndiskriminierung. Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, Löhne sichtbar zu machen, um die gesellschaftliche Debatte über faire Bezahlung anzustossen.

Ein breites Bündnis

Neben den federführenden Gewerkschaftsbünden Zürich und Schaffhausen unterstützten rund 30 Organisationen die Initiative. Zum Bündnis zählten unter anderem:

  • Aargauischer Gewerkschaftsbund und Arbeit Aargau
  • Aktivistin.ch
  • Alternative Bank Schweiz
  • Alternative Liste Zürich
  • Business and Professional Women
  • Campax
  • Gewerkschaft des Verkehrspersonals
  • Gewerkschaftsbünde beider Basel
  • Grüne Kanton Zürich
  • Helvetia rockt
  • JUSO Kanton Zürich
  • Frauenstammtisch Schaffhausen
  • Kapers – Cabin Crew Union
  • LOS Lesbenorganisation Schweiz
  • Luzerner Gewerkschaftsbund
  • männer.ch
  • Schweizerischer Bankpersonalverband (SBPV)
  • SSM Schweizer Syndikat Medienschaffender
  • SP Kanton Zürich
  • Syna
  • Syndicom
  • TERRE DES FEMMES Schweiz
  • Unia Zürich-Schaffhausen
  • VPOD Kanton Zürich und VPOD NGO

Diese Bandbreite an Gewerkschaften, Frauen- und Berufsverbänden sowie politischen Organisationen zeigt, dass Lohntransparenz 2018 als Anliegen wahrgenommen wurde, das über einzelne Branchen oder politische Lager hinausreichte.

Lohntransparenz als Mittel gegen Diskriminierung

Die Grundidee der Plattform war einfach: Solange über Löhne geschwiegen wird, lässt sich kaum beurteilen, ob die eigene Bezahlung fair ist. Wer nicht weiss, was Kolleginnen und Kollegen in vergleichbaren Positionen verdienen, kann eine ungleiche Bezahlung schwer erkennen oder hinterfragen. Werden Löhne dagegen offen kommuniziert, müssen Arbeitgeber ihre Lohnentscheide stärker begründen können – ein Mechanismus, der es nach Auffassung der Initiantinnen und Initianten erschwert, Diskriminierung unbemerkt fortzuführen.

Damit die veröffentlichten Angaben nachvollziehbar blieben, durchliefen eingereichte Profile vor der Publikation eine Plausibilitätsprüfung. Teilnehmende mussten mit echtem, erkennbarem Foto, ihrem tatsächlichen Namen und einer plausiblen Lohnangabe auftreten; anonyme Einträge oder Scherzangaben waren nicht vorgesehen. Dieses Vorgehen sollte sicherstellen, dass die Plattform als seriöse Diskussionsgrundlage wahrgenommen wurde und nicht als reine Provokation.

Einen aktuellen Überblick über Löhne in verschiedenen Berufen liefert der Lohnvergleich nach Beruf.